Inhalt dieser Seite

Prämierter Text (Details zum geplanten Beitrag)

Boris Kartheuser

Boris Kartheuser will untersuchen, wie datenschutzrechtliche Bestimmungen umgangen werden und wer davon profitiert. Er will zeigen, wie Bedenken in der Öffentlichkeit durch gezielte Lobbyarbeit zerstreut werden und welche Folgen eine massive Verbreitung von RFID-Chips hätte.

» Details zum geplanten Beitrag
» Kurzbiographie

Boris Kartheuser

Zitat aus dem Exposé:

„Dank massiver Lobbyarbeit und verstärktem wirtschaftlichen Druck ist der Siegeszug des RFID-Chips trotz massiver datenschutzrechtlicher Bedenken und technischer Probleme in Deutschland kaum mehr aufzuhalten. Als treibende Kraft gilt hierzulande die Metro Group Future Store Initiative, die gemeinsam mit Partnern wie SAP, IBM und Intel neue technologische Konzepte entwickelt. So testet die Metro Group in ihrem RFID Innovation Center bereits seit Juli 2004 auch den Einsatz von Funkchips. Hierbei wurden zeitweilig bewusst die Möglichkeiten der gezielten Datenspionage ausgenutzt. So konnte der Verein zur Förderung des öffentlichen bewegten und unbewegten Datenverkehrs e. V. (FoeBuD) bereits im Februar 2004 nachweisen, dass Metro in seiner Payback Kundenkarte einen RFID-Chip versteckt hatte und somit alle ausgelesenen Daten eindeutig verknüpfbar waren mit der Person, die Waren und Karte trägt.

[...]

RFID-Chips dringen in immer mehr Bereiche unseres Lebens ein. Das dabei verfolgte Ziel der Industrie ist das Schaffen einer Datensammlung, in der eine ständig wachsende Vielzahl von Bereichen des menschlichen Lebens protokolliert wird. Das Interesse gilt nicht länger nur noch dem Konsumbereich, auch das alltägliche Verhalten soll mit Funkchips in Geldscheinen und anderen Mitteln erfasst werden. Obwohl dieses Vorgehen oftmals nicht in Einklang zu bringen ist mit den bestehenden Datenschutzgesetzen, sieht die Bundesregierung diesem Vorgang zu und fördert ihn darüber hinaus aus Eigeninteresse. Die Rechte der Bürger auf Privatsphäre und Datenschutz werden massiv aufgeweicht. Bedenken werden zerstreut durch eine Allianz von Hardware-Herstellern, Anwendern aus der Industrie, einer breiten PR-Lobby und Politikern.“

Boris Kartheuser will untersuchen, wie datenschutzrechtliche Bestimmungen umgangen werden und wer davon profitiert. Er will zeigen, wie Bedenken in der Öffentlichkeit durch gezielte Lobbyarbeit zerstreut werden und welche Folgen eine massive Verbreitung von RFID-Chips hätte.

Hierfür erhält er ein Recherchestipendium in Höhe von 2.500 Euro.