Medienprojektpreis
Dotiert mit 2.000 Euro
Sebastian Pantel
(SÜDKURIER)
Artikelserie „Jugend und Kriminalität“
(4. Mai bis 15. Juni 2011, SÜDKURIER)
Aus der Würdigung der Jury
Das Strafrecht ist der Seismograph der Gesellschaft; das Jugendstrafrecht ist ein ganz besonders empfindliches seismographisches Instrument: Sebastian Pantel hat sorgfältig damit gemessen und seine Erkenntnisse erstens penibel, zweitens packend und drittens lehrreich beschrieben. Er hat sieben straffällige Jugendliche befragt, er schildert ihre Taten, ihre Strafen, ihre Lebensverhältnisse, ihre Erfahrungen mit Erziehungsmaßnahmen, mit pädagogischen Projekten und mit dem Jugendarrest. Es kommt ein Jugendrichter, ein Strafrechtsprofessor, ein Gefängnisdirektor, es kommen Sozialarbeiter zu Wort. Daraus entsteht eine Artikelserie, die Maßstäbe setzt. Im letzten Teil der Serie stellt der Autor „uns“, die Gesellschaft also, fiktiv vor Gericht – und lässt den Richter fragen, warum die Gesellschaft ihr Heil in immer schärferen Strafen sucht, statt den viel klügeren Weg der Prävention zu gehen. Die Serie schürft tief und rüttelt auf; sie widerlegt die gängigen Vorurteile von einer angeblich immer krimineller werdenden Jugend; und sie zeigt Wege auf, wie man mit Jugendkriminalität besser als bisher umgehen kann. Die von Sebastian Pantel zusammengestellte und geschriebene Serie ist ein systemrelevantes Medienprojekt von herausragender Qualität. Sie ist ein Spitzenprodukt der journalistischen Aufklärung.
Sebastian Pantel
geboren 1979 in Wuppertal
Werdegang
Auszeichnungen, u.a.