Otto Brenner Preis

Pressearchiv

Datum: 19. Juni 2006
Autor: Otto Brenner Stiftung

Recherche-Stipendien als große Chance

Noch sechs Wochen Zeit haben Interessenten, die sich um die drei Recherche-Stipendien bewerben möchten, die netzwerk Recherche zusammen mit der Otto-Brenner-Stiftung vergibt. (Einsendeschluss ist der 31.7.2006)

Die Stipendiaten im vergangenen Jahr waren ungewöhnlich erfolgreich. Astrid Geisler veröffentlichte ihre Analysen zum „Pionierland der Neonazis – Ein Besuch im ländlichen Osten“ auf vier taz-Seiten (8./9.4.2006) und gewann mit dieser excellenten Geschichte einen weiteren Preis. Julia Friedrichs durchlief das gesamte Rekrutierungsverfahren bei McKinsey – vom Erstgespräch bis zum unterschriftsreifen Vertrag. Ihre Recherchen hat sie u.a. in der Zeit und SZ-online veröffentlicht. Goline Atai hat ihre Recherchezeit verlängert; auch ihre Recherchen sind vielversprechend.

Die Recherchen werden mit jeweils mit 2.500 Euro unterstützt. Eine Chance, die möglichst viele junge Journalisten und Journalistinnen

nutzen sollten. Erste Themen-Ideen können auch telefonisch vorgeklärt werden; alle Stipendiaten werden von erfahrenen Profis betreut.

Hier einige Themenanregungen, die möglicherweise als Impuls für die Anträge wirken können:

  • Generation Praktikum – Wie Unternehmen und Firmen gezielt junge Akademiker ausnutzen? (Auch als Rollen-Reportage möglich – Vier Wochen im Bewerbungsstress)
  • Precarios in Deutschland: Welche Auswirkungen haben befristete, schlecht bezahlte Jobs für die Betroffenen? Über diese Form der „modernen Ausbeutung“ gibt es in Italien eine grosse Veröffentlichungswelle. Ein Recherche-Projekt in Deutschland könnte auch hier seine Wirkung entfalten.
  • Gefälschte Statistik – Deutschland das Musterland der Engagierten? Glaubt man den Umfragen im Auftrag des Jugendministeriums sind in Deutschland mehr als 30 Prozent der Bevölkerung über 18 Jahre ehrenamtlich sehr aktiv, also nicht nur Mitglied in einem Verein. Alle empirischen Belege dementieren diesen Befund. In Rahmen eines Stipendiums könnte die Statistik-Manipulation und ihre politischen Folgen analysiert werden.
  • Schwerste Menschenrechtsverletzungen in der Pflege in Deutschland hat das Deutsche Institut für Menschenrechte festgestellt. (u.a. Berliner Zeitung, 16.6.2006 : 2) Mit einem Recherche-Stipendium könnte ermittelt werden, warum die Kontrolle der Pflege in Deutschland versagt. Welche Rolle spielen die Medizinischen Dienste und die Prüfdienste der Kassen? 

Dies sind nur einige Themen-Anregungen. Gerne können sich Stipendiaten auch von ihren Redaktionen beraten lassen. Fazit: Die Stipendien sind eine Chance – man muss sie aber auch nutzen. (th.l.)

Rückfragen unter info(at)netzwerkrecherche.de
Bewerbungsbogen und weitere Informationen unter: www.otto-brenner-preis.de

Extra-Meldung

Noch sechs Wochen Zeit für die Bewerbungen zum Otto-Brenner-Preis „Kritischer Journalismus – Gründliche Recherche statt bestellter Wahrheiten“

Der erste Preis für den o.a. Wettbewerb ist mit 5000 Euro dotiert; der zweite mit 3000 Euro und der dritte Preis mit 2000 Euro. Dazu gibt es noch einen newcomer Sonderpreis in Höhe von 2.500 Euro.

Mitmachen können alle Autoren und Redaktionen, die einen preiswürdigen Beitrag aus allen Genres einreichen möchten, der für vorbildlichen kritischen Journalismus steht.

Alle Einzelheiten unter: www.otto-brenner-preis.de