Otto Brenner Preis

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Datum: 15. Oktober 2008
Autor: Evangelischer Pressedienst

Otto Brenner Journalistenpreis wird zum vierten Mal vergeben

Frankfurt a.M. (epd). Der Otto Brenner Preis der IG Metall geht in diesem Jahr an Journalisten der «ZEIT», des WDR, des ZDF und der «Berliner Zeitung». Außerdem würden wieder mehrere Recherchestipendien sowie ein Preis für ein Newcomer-Projekt vergeben, teilte die Otto Brenner Stiftung der Gewerkschaft am Mittwoch in Frankfurt mit. Mit einem Preisgeld von 45.000 Euro ist der Otto Brenner Preis nach dem Ernst Schneider Preis der deutschen Wirtschaft (60.000 Euro) der höchstdotierte deutsche Journalistenpreis.

Den 1. Preis erhalten Anita und Marian Blasberg für ihre im «ZEIT Magazin Leben» veröffentlichte Reportage «Abschiebeflug FHE 6842»; das Autorenduo erhält 10.000 Euro. Die Jury würdigt damit «eine grandiose Recherche und Journalismus in seiner besten Form». Der WDR-Wirtschaftsredakteur Jürgen Döschner bekommt den 2. Preis und 5.000 Euro für sein Radiofeature «Fire and Forget - Krieg als Geschäft». Die Jury lobte ein «spannendes Hörerlebnis», das zugleich für «politische Aufklärung von hohen Graden» sorge. Döschners WDR-Feature zeuge auch vom «Fortleben publizistischer Ambition im öffentlich-rechtlichen Radio».

Der 3. Preis geht an die beiden ZDF-Redakteure Steffen Judzikowski und Hans Koberstein für eine «Frontal 21»-Schwerpunktsendung über «Deutschland im Griff der Energiekonzerne» (3.000 Euro). Das Thema sei von den beiden ZDF-Journalisten hervorragend recherchiert und als Film «meisterhaft komponiert» worden, erklärte die Jury.

Mit dem Otto Brenner Preis «Spezial» wird Christian Bommarius, Leitartikler der «Berliner Zeitung», gewürdigt. Seine Artikel zum politischen Zeitgeschehen seien «Stück für Stück» eine «wunderbare Werbung für Demokratie und Rechtsstaat», so die Jury. Gegen den Abbau von Grundrechten betätige sich der Redakteur als «journalistischer Widerständler». Seine Kommentare und Leitartikel seien «scharfsinnig, pointiert und wunderbar geschrieben». Der Spezial-Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Die freie Journalistin Andrea Röpke wird für ihre mutigen Recherchen in der Neonaziszene mit dem Medienprojektpreis ausgezeichnet und erhält 2.000 Euro. Die mit je 5.000 Euro dotierten Brenner-Recherchestipendien gehen an die freien Journalisten Veronica Frenzel und Clemens Hoffmann. Frenzel will Geschäfte mit illegalen Einwanderern untersuchen, Hoffmann hat sich den Kinderhandel in der Ukraine zum Thema genommen. Ein dritter Stipendiat, der zur Förderung seiner Recherche ebenfalls 5.000 Euro erhält, wurde von der Brenner-Stiftung noch nicht bekanntgegeben, um sein Projekt nicht zu gefährden, wie es hieß.

Der Otto Brenner Preis der IG Metall wird in diesem Jahr zum vierten Mal vergeben. Die Auszeichnung erinnert an den früheren Vorsitzenden der IG Metall, Otto Brenner (1907-1972). «Nicht Ruhe und Unterwürfigkeit gegenüber der Obrigkeit ist die erste Bürgerpflicht», war einer seiner Wahlsprüche, «sondern Kritik und ständige demokratische Wachsamkeit.» Diesem Prinzip ist auch der Otto Brenner Preis für engagierten Journalismus verpflichtet.

Über die preiswürdigen Beiträge entscheidet eine unabhängige Jury, der neben anderen Heribert Prantl («Süddeutsche Zeitung») und Sonia Mikich (WDR-«Monitor») angehören. In diesem Jahr hatte die Jury mehr als 500 Bewerbungen zu sichten, teilte die Stiftung mit. Die Preise erden am 22. Oktober in Berlin verliehen. Die Festrede hält Fritz Pleitgen, Präsident der Europäischen Rundfunkunion und früherer Intendant des WDR.

Download: Pressemitteilung des Evangelischen Pressedienstes [PDF - 32 KB]

Zur Pressemitteilung der Otto Brenner Stiftung