Otto Brenner Preis

Medienprojektpreis Gudrun Giese und Andreas Hamann

für ihren Beitrag "Schwarzbuch Lidl"

Begründung der Jury

Betriebsratsgründungen werden verhindert, Mitarbeiter ohne Grund gekündigt, die Rechte von Arbeitnehmer/innen mit Füßen getreten, der gezahlte Lohn reicht kaum zum Leben. Dies ist keine Beschreibung von Arbeitsverhältnissen aus vergangenen Tagen, sondern spiegelt aktuelle und reale Erfahrungen im Einzelhandel wieder – wobei der Befund auch auf andere Bereiche des Dienstleistungsgewerbes ausgedehnt werden kann. Das Schwarzbuch Lidl dokumentiert solche Fälle, präsentiert sie einer größeren Öffentlichkeit und sorgt dafür, dass die offene Missachtung des Gesetzes und aller guten Sitten nicht stillschweigend hingenommen wird. Die Jury hat sich für eine Berücksichtigung bei der Preisverleihung entschieden, weil mutig gegen Missstände angegangen wird, gründlich recherchiert wurde (keine Niederlagen vor Gericht) und das Schwarzbuch Lidl inzwischen zu einer Art Referenzgröße für ähnliche Projekte geworden ist.