Otto Brenner Preis

Festrede

5. Dezember 2007

Von Heribert Prantl

"Es gibt Tage, an denen könnte man am Journalismus verzweifeln. Tage, an denen man glaubt, es würde alles immer nur schlechter. Dann kommt einem das eigene Gewerbe so kritiklos, so oberflächlich, so mainstreamig vor.

An diesen Tagen journalistischer Tristesse, es sind Gott sei Dank nicht so viele, frage ich mich, warum ich vor zwanzig Jahren nicht Richter in der bayerischen Justiz geblieben bin – weil mir der Journalismus dann vorkommt wie Hochstapelei mit Grundrechtsschutz. Und das ambitionierte Reden von Pressefreiheit kriegt dann einen schalen Geschmack.

An solchen Tagen kommen mir  die Sätze des Bundesverfassungsgerichts über die Pressefreiheit und ihre Bedeutung für die Demokratie vor wie ein grausamer Spott; zum Beispiel dann,  wenn die Bildzeitung (wie jüngst im Fall el Masri) sich mit Infamie über eine Rüge des Presserats hinwegsetzt, das Opfer ihres Rufmords gar noch einmal in den Dreck zieht, sozusagen jetzt erst recht – der Presserat aber dazu schweigt, statt vor der Bundespressekonferenz Klage zu führen und Alarm zu schlagen...."

Die gesamte Rede können Sie in unten stehendem pdf nachlesen.