Otto Brenner Preis

2. Preis – Ingolf Gritschneder

Prämierter Beitrag

"Profit um jeden Preis – Markt ohne Moral"

Globalisierung, Konkurrenzdruck und extreme Renditeerwartungen – heute herrschen andere Gesetze im Wirtschaftsleben als früher. Der Mensch ist oft nur noch eine betriebswirtschaftliche Rechengröße. Ein Beispiel dafür ist die Demontage eines großen Zuliefererbetriebs für die Automobilindustrie der Dräxlmaier-Group in Böblingen, Baden-Württemberg. Ohne die Belegschaft oder den Betriebsrat zu informieren, wurden die Werkshallen des Zweigbetriebs während eines langen Wochenendes leergeräumt. Material und Maschinen waren verschwunden, als am Montag die 150 Arbeiter ihrer normalen Tätigkeit nachgehen wollten. Dieses kaltschnäuzige und rücksichtslose Vorgehen der Geschäftsleitung ist rechtswidrig und unmoralisch, doch symptomatisch für die zunehmend raueren Sitten im Wirtschaftsleben.

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Kurzbiographie Ingolf Gritschneder

geboren 1955 in Wuppertal
Freier Autor in Köln

Werdegang:

  • Seit 1988 freier Journalist in Köln, Reportagen und Berichte für Süddeutsche Zeitung, Die Zeit, Welt, Kölner Stadt-Anzeiger, Freier Autor für den Westdeutschen Rundfunk, Reportagen und Berichte für RIAS TV, MDR und HR

Auszeichnungen:

  • 2005 Leuchtturm-Preis des Netzwerk Recherche
  • 2005 Journalistenpreis des Bundes der Steuerzahler
  • 1996 Deutscher Wirtschaftsfilmpreis

Aus der Würdigung der Jury

„Auf leise, gleichwohl beharrliche Weise nähert sich Ingolf Gritschneder dem Werteverfall im Wirtschaftsleben. Sein Film ist klug komponiert, die Fall-Reportage wird mit nachdenklichen Reflexionen zum Fernseh-Essay erweitert. Ingolf Gritschneders Kritik kommt ohne lautstarke Anklage aus und trifft die Verantwortlichen umso härter.“