Otto Brenner Preis

Medienprojektpreis - Attac Deutschland

"DIE ZEIT" (Plagiat, 65. Jahrgang, Nr. 18 vom 1. Mai 2010) 

Auf acht Zeitungsseiten haben Mitarbeiter von Attac DIE ZEIT für den 1. Mai 2010 plagiiert. In dieser Ausgabe kreiert Attac eine Post-Krisen-Zeit, in der Solidarität, Sozialstaatlichkeit, fairer Handel, Umweltschutz und Marktkontrolle die Lösung für die Krise sind. Die Politik wird zu Reformen durch den politischen Druck der Bevölkerung gezwungen. Der Abbau von Subventionen und Protektionismus soll die Ausbeutung der Entwicklungsländer durch die Industrieländer beenden. Ein neues Finanzsystem und die Überprüfung von Staatsschulden wird die Ungerechtigkeit für die Südhalbkugel beenden.

Jurybegründung von Sonia Seymour Mikich

Wo bleibt denn das Positive? Eine Standardklage, vor allem bei Nachrichten, wo es immerzu um Krise, Krieg, Katastrophen, Skandale zugehen scheint.

 „Eine andere news ist möglich“, dachten wohl die Globalisierungskritikervon attac und veröffentlichten mit ihrem Projekt „Am Ende des Tunnels“gute Nachrichten aus der Zukunft: Am 1.Mai 2010 werden die Themenlauten: Das Ende des Kasinokapitalismus, ein fairer Welthandel, einegrüne Autoindustrie - alles machbar, so die Hoffnung in den gutrecherchierten Artikeln.

Dazu kopierte attac die Wochenzeitung „DIE ZEIT“ einschliesslich Layout,Schrifttype, hintersinniger Werbung und seriöser Anmutung. Ein täuschend echtes Plagiat. Nicht unproblematisch. Der Journalismusist oft genug untergraben von Medien-Fakes, ungeprüftenTatsachenbehauptungen, Falschmeldungen, so die Jury. Am Ende aberüberzeugt die politische Botschaft: aufwachen und nachdenken! Es gibtWege aus der Krise, eine gerechte Welt muss nicht Fiktion bleiben.